Jahrbuch für öffentliche Finanzen (JöFin)

19. Workshop zum Jahrbuch für öffentliche Finanzen

Auf der Suche nach dem neuen Gleichgewicht in den öffentlichen Haushalten:
Mühsame Korrekturen oder Chance auf strukturelle Reformen?

am 11./12. September 2026 in der
Bibliotheca Albertina
Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig (Vortragssaal im Erdgeschoss)


N
ach mehr als vier Jahren wirtschaftlicher Stagnation befinden sich die öffentlichen Haushalte in Deutschland in einer zunehmend angespannten fiskalischen Lage. Frühere Konsolidierungserfolge sind weitgehend aufgezehrt, während insbesondere die Kommunen historisch hohe Defizite verzeichnen. Zugleich bleibt die erhoffte Wirkung der staatlichen Investitionsoffensive bislang aus. Geopolitische Konflikte, neue Inflationsrisiken, die Zollpolitik der USA und die chinesische Subventionspolitik erhöhen zusätzlich den Druck auf das deutsche Wirtschaftsmodell. Begrenzte Verteilungsspielräume, politische Fragmentierung und wachsende außen- und sicherheitspolitische Anforderungen verschärfen den Reformbedarf auf allen staatlichen Ebenen. Damit rücken strukturelle Reformen, eine Überprüfung staatlicher Aufgaben – gerade auch im Sozialbereich – und neue finanzpolitische Prioritäten stärker in den Mittelpunkt. Um diese Entwicklungen und Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren, laden wir Sie herzlich ein.

Zum Download:
Einladung zum 19. Workshop

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Präsentation Joefin 1-2026 im Deutschen Landkreistag
"Öffentliche Finanzen unter Druck"

Zuversicht trotz leerer Kassen



Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Dr. Achim Brötel, am 24. Juni 2026 im Sitz des Landkreistages in Berlin gut fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Präsentation der neuen Ausgabe des Jahrbuches für öffentliche Finanzen 1-2026. Die dramatische Finanzlage der Kommunen erfordere Reformen, denen man sich mit Tatkraft und Zuversicht zuwenden müsse.

Nachdem für die Herausgeber Dr. Anja Ranscht-Ostwald und Dr. Matthias Woisin Anliegen und Beiträge der neuen Jahrbuchausgabe kurz umrissen hatten, folgte der Impulsvortrag von Dr. Jana Kremer, Leiterin der Hauptgruppe "Öffentliche Finanzen" bei der Deutschen Bundesbank.


Sie bestätigte den Befund, dass die Länderhaushalte bisher noch am besten durch die Krise gekommen sind. Dr. Kremer stellte die Prognose der Bundesbank für die fiskalische Entwicklung bis 2029 in den Mittelpunkt. Sie sieht einen gesamtstaatlichen Verschuldungsanstieg auf ca. 70 % des BIP voraus und und forderte neue regulatorische Eingriffe wie den Ausstieg aus der Bereichsausnahme. Aus ihrer skeptischen Einschätzung der weiteren Entwicklung ergaben sich die Ansatzpunkte für die anschließende Podiumsdiskussion unter der gut gelaunten Moderation von Manfred Schäfers (FAZ).



Die lebhafte Diskussion, die naturgemäß ihren zentralen Punkt im finanziellen Spannungsverhältnis zwischen Bund, Ländern und Gemeinden fand, wurde von MdB Bury - übrigens ein früher Autor des Jahrbuchs -, sehr befeuert. Durchaus kontrovers wurde es mit einer Publikumsrunde, die von Hans Günter Henneke, dem früheren Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, mit einer scharfen Frage zum Kommunalentlastungsgesetz eröffnet wurde. Prof. Stefan Korioth legte nach und erklärte die Geberländerzulage von 400 Mio. € rundum für verfassungswidrig. Bury zeigte Verständnis für die Einwände, berief sich aber auf den Koalitionsvertrag und den nötigen politischen Pragmatismus im Regierungsgeschäft.

Einig war man sich in der Runde über den Handlungsbedarf bei den sozialen Leistungsgesetzen, zu dem sich Hartmut Vorjohann, früherer Finanzminister Sachsens, als Mitglied der AG "Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen" fachkundig äußern konnte. Die Summe der umsetzbaren Vorschläge könne jedoch nur einen Konsolidierungsbeitrag von allenfalls 3-4 Mrd. € leisten. Er erinnerte in einem beeindruckenden historischen extempore daran, wie der Bund bei früheren Gelegenheiten den Kommunen habe Marscherleichterung gewähren müssen, um sie über Wasser zu halten. In weiteren Beiträgen aus dem Publikum beteiligten sich u.a. Matthias Wohltmann, Jochen-Konrad Fromme, Stefan Anton, Martin Junkernheinrich, Thomas Lenk.

In seinem Schlußwort dankte Prof. Dr. Martin Junkernheinrich den Beteiligten und mahnte Lösungen an, mit denen gezielte regionale Unterstützung ermöglicht werde, ohne Zustimmungsprämien an besser situierte Regionen zahlen zu müssen.
Die gelungene Veranstaltung endete mit einer föhlichen Geselligkeit vor dem herrlichen Blick über den Tiergartenpark in Berlin.



Vortragspräsentation Anja Ranscht-Ostwald

Einführung Matthias Woisin



Beitragsaufruf für den 19. Workshop in Leipzig

Die Vorbereitungen für den 19. Workshop am 11./12.9.2026 in Leipzig und für den Band 2-2026 sind angelaufen. Für den Band 2-2026 wird um abstracts bis zum 1.8.2026 gebeten. Beitragsvorschläge für den Workshop können noch bis zum 1.9.2026 eingereicht werden.

Aufruf zum download (pdf)


Stand: 21.07.2026



Verlag

Das Jahrbuch für öffentliche Finanzen erscheint als Zeitschrift zweimal jährlich im Berliner Wissenschaftsverlag. Es wird betreut vom Lehrstuhl Finanzwissenschaft der Uni Leipzig.
Kontakt: redaktion[at]joefin.de
Projekt

Das Jahrbuch ist ein interdisziplinäres Projekt aus Rechts-, Finanz- und Politikwissenschaft sowie der Verwaltungspraxis. Das Projekt ist unabhängig, ehrenamtlich und wird gefördert von der Bundesbank.
Interesse

Im Vordergrund stehen die Landes- und Gemeindehaushalte sowie die föderalen Finanzbeziehungen.